Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 1 (1779))

III. Johann von Klein. 
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der neuen Königin, und ein Jahrgeld von zwölfhundert 
Thalern noch hinzu. 
Das Geräusche des Hoflebens schien ihm unterdeß 
gar nicht zu gefallen. Daher wüͤnschte er sich eine Bedie¬ 
nung, worinn er, entfernt vom Neide, dem er immer 
ausgesetzt war, die Zeit geruhiger zubringen könnze. Die¬ 
se Absichten erreichte er bald nach der Zurückkunft von 
Berlin, jedoch nicht ohne vieles Ansuchen. Denn schon 
im Junius des Jahrs 1709 ward ihm die sehr ansehnli= 
che Präsidentenstelle des Hof= und Landgerichts zu Gü¬ 
strow aufgetragen. Ehe er sie aber antrat, starb des 
Herzogs erster geheimer Rath, der Graf Horn, welcher, 
Todesfall seinen Plan ganz veränderte. Wider Willen 
sah er sich nun genöthiget, als Canzler am Hofe zu blei= 
ben. Nicht lange hernach bot ihm der Reichsvicecanz¬ 
ler, ein Graf von Schönborn, durch den damaligen Her= 
zoglichen Gefandten zu Wien, den Baron von Eichholz, 
verschiedene mal die Würde eines Röm. Kayserlichen 
Reichshofraths an. Er schlug sie aber aus, ob ihm gleich 
sein Herr eine Pension versprach, wenn er ja dazu ge¬ 
neigt seyn sollte. Als eben derselbe am letzten Julius 
1713 zu Maynz in die Ewigkeit gieng, suchte er sich wie= 
der loszumachen, und das Hofrichteramt, wozu er ein 
halbes Jahr vorher eingeführt worden war, ganz allein 
zu behalten. 
Doch der Nachfolger des Herzogs, Car= | | 
Leopold, trug Bedenken, ihm zu willfahren, und Klein 
mußte seine bisherigen Geschaͤfte noch ein paar Jahre fort¬ 
setzen. Er wiederholte darauf seine Bitte, welche die gu¬ 
te Wirkung hatte, daß er gegen das Ende des Jahrs 
1715 den Präsidenstuhl zu Güstrow einnehmen durfte. 
Nur stöͤrten seine Zufriedenheit, die er nun vollig im Be¬ 
sitze zu haben hoffte, neue und traurige Auftritte viel zu 
frühzeitig. Die innerlichen in der Geschichte genug be¬ 
kannten Mecklenburgischen Unruhen waren bis zum hoͤch¬ 
sten 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäis 
he Rechtsgeschichte
	        
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