Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 1 (1779))

24 
III. Johann von Klein. 
Mit dem Anfange des jetzigen achtzehnten Jahrhun¬ 
derts, und zwar im Herbste 1700, kam Klein, welcher 
bereits eine Zeitlang das Directorat des Rostockischen 
Consistorii verwaltet hatte, von seinem bisherigen Posten 
weg, und wurde beym Herzoge, Friedrich Wilhelm, Hof¬ 
rath, auch Vicedirector der Justitzcanzley zu Schwerin. 
Er mußte sofort vor der Kayserlichen Commission allda 
den Tractaten zwischen dem Herzoge und den Landstän= 
den, alsdenn aber der zu Hamburg wegen der Güstrowi¬ 
schen Succession zu pflegenden Unterhandlung, wovon 
die Fabersche Staatscanzley Th. VI, S. 228. 244. den. 
Vergleich liefert, welcher im März 1701 vollzogen ward, 
in seines Herrn Namen beywohnen. Zur Belohnung füͤr 
die hierinn geleisteten wichtigen Dienste erhielt er die Stel¬ 
le eines geheimen Canzleyraths, und zugleich den Sitz im 
höchsten Landescollegio, nebst der damit verbundenen Be¬ 
soldung. Das folgende Jahr gab ihm neue Vorzüge, in¬ 
dem er nicht nur mit dem Ehrenamte eines geheimen Re¬ 
gierungsraths begnadiget, sondern auch Director der bey¬ 
den Justitzcanzleyen zu Schwerin und Rostock wurde. 
Endlich erhob Friedrich Wilhelm seinen treuen Diener im 
Jahre 1704 zum wirklichen Minister, und schickte ihn 
1708 als Gesandten an den Berlinischen Hof, nachdem 
er diese Verrichtung nicht hatte von sich ablehnen kön¬ 
nen. Der Gegenstand derselben mar die dritte Vermaͤh¬ 
lung des Königs von Preussen, Friedrichs des Ersten, 
mit der Mecklenburgischen Prinzessin, Sophien Louisen, 
welche Sache er, unter mancherley Schwierigkeiten und 
Verdruß Widriggesinnter, so klug und glücklich zu endi¬ 
gen wußte, daß der Koͤnig ihn sogar, in Anwesenheit des 
ganzen Hofs, umarmte, und zum Freyherrn machen 
wollte. Klein aber nahm nur den Adelsbrief an, wel¬ 
chen der König für ihn und seine ehelichen Leibeserben 
ausfertigen ließ. Um ihm auch ein größeres Ansehen 
zu geben, kam der Character eines geheimen Raths bey 
der 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
eschichte 
europäische
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer