Full text: Juristisch-mathematisches Magazin (H. 1 (1798))

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verschiedene Gutachten der Sachverständigen 
vorhanden, und der Richter nur einen zu Rathe 
ziehet; so kann er eben so wohl auf einen nicht 
genug Bewanderten verfallen, welches sich bey 
Feldmessungen sehr oft ereignet. 
5. 12. 
Ich nehme aber noch ein anderes Beyspiel 
von der Berechnung des Interusarii. Dieses zu 
bestimmen haben wir dreyerley Meinungen klas¬ 
sischer Rechtsgelehrten, des Caxpzov, Leib= 
nitz, und Hofmann; welchen soll er wählen? 
Um daher sich zu bestimmen, muß er nicht nur 
ein Rechtsgelehrter, sondern auch ein Mathe= 
matiker seyn. 
§. 13. 
Nachdem ich nun den Nutzen und die wirk¬ 
liche Nothwendigkeit der Mathematik für einen 
Juristen gezeiget habe; so könnte man einwen= 
den, daß die Mathematik eine schon in den 
römischen Gesetzen verbothene Wissenschaft sey. | | 
Wahr ist es zwar, daß in dem Titel des 
römischen Codicis de Maleficis & Mathematicis 
die Mathematiker eine verdächtige Gesellschaft 
erhalten haben: gleichwie aber alles eine schlechte 
und gute Seite hat; so gehetes auch dem Mathe= 
matiker, wie dem Jnristen, und anderen Facul¬ 
tisten. 
— 
Universitäts 
Max-Planck-institut für 
Bibliothek 
Rostock DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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