Full text: Juristisch-mathematisches Magazin (H. 1 (1798))

Polak in seiner Mathesi forensi sich selbst ein= 
gewendet hat ; 
„Wer fordert dieses von juristischen Hän= 
„den? Haben wir arme Leute nicht so eine 
„unzählige Menge verwirrter und durch ein= 
„ander geworfener Gesetze zu lernen, die alten 
„Lücken auszuflicken und zu verbessern? Soll= 
„en wir auch noch Mathemarici werden? 
„Warum muthet man uns nicht auch zu, die 
„Medizin aus gleicher Absicht, ja endlich wohl 
„gar alle Handwerker zu lernen; denn wie oft 
„ist dem Andern das Kleid verschnitten wor¬ 
„den; der Richter kommt nicht eher aus der 
„Sache, er muß entweder des Schneider¬ 
„Handwerk selbst verstehen, will er anderst 
„wissen, ob es wahr sey, und ob ihm der an= 
„dere das Kleid bezahlen soll; oder er muß 
„sich den Handwerksmeister mit einem andern 
„kommen lassen, welche auf ihr schneiderliches 
„Gewissen und Wissenschaft aussagen müssen, 
„ob das Kleid verdorben, oder nicht. Kann 
„man hier die peritos in arte finden, warum 
„nicht auch bey den Fragen, wenn Bau¬ 
„meister, Teich=Inspectoren, und dergleichen 
„müssen zur Cemmission gezogen werden; und 
„also wozu dienet es, daß wir auch einem 
„Juristen zumuthen, die Sachen alle selbst 
„zu entscheiden, und Mathesin forensem zu 
Po= 
„studiren." 
— 
— 
Universitäts 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
Bibliothek 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte 
Rostock 
—
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer