Full text: Zeitungen für Rechtsgelehrte (1789 (1789))

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der Rechtslehrer nicht dem Jnquisiten, sondern dem 
Richter zur Last fallen. Es wird hier gezeigt, daß 
dieser Unterschied in den Gesezen nicht gegründet sey, 
und behauptet, daß darauf eben die Grundsäze ange= 
wendet werden könten, welche von den übrigen pein= 
lichen Proceskosten gelten. III. De homicidio pro- 
ditorio. Die Rechtslehrer sind über den Begrif, so 
wie über die Bestrafung desselben nicht einerlei Mei¬ 
nung. Der Verf. prüft die verschiedenen Meinun= 
gen, erklärt sich aber für keine besonders, und hält 
den Unterschied zwischen diesen und den übrigen Arten 
des Todschlags für überflüssig, indem es bei Bestim= 
mung der Strafe eines jeden Verbrechens dieser Art 
auf den Grad der Moralität ankomme, und meistens 
immer dieselbe sey. IV. De defensione pro aver- 
tenda confrontatione. Diese Art der Verteidigung 
ist durch den Grundsaz verschiedener Rechtsgelehrten, 
daß die Confrontation dem guten Namen des Jnquisi= 
ten schädlich sey, eingeführt. Das Jrrige dieses 
Grundsazes wird hier ausgeführt, und dabei gezeigt, 
daß diese Verteidigung dem Jnquisiten nichts nüze, 
vielmehr dem Endzwek der Jnquisition geradezu ent= 
gegen sey, weil dadurch der Proces nur verzögert und 
die Kosten vermehrt würden. Die Gründe, die der 
Verfasser gegen diese Art der Verteidigung vorträgt. 
verdienen immer erwogen zu werden; indessen gesteht 
er selbst, daß sie in Praxi wenig üblich sey, und also 
der Gerichtsbrauch selbst sie schon zu misbilligen 
V. De inquisitione summaria. Der 
scheine. 
Verfasser sucht in dieser Abhandlung, der lezten die= 
ses Bändchens, den Unterschied der summarischen und 
Special=Jnquisition zu bestimmen, und untersucht 
sodann, welche Arten der Verbrechen nur summari= 
sche Untersuchung erfordern, und was für Strafen 
auf selbige erkant werden können, endlich welche 
Handlungen des Processes dabei nohtwendig beobach= 
tet 
— 
Universitäts 
Bibliothek 
europäisch 
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Rostock 
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