Full text: Zeitungen für Rechtsgelehrte (1789 (1789))

vermuhtet, wenn die Frau sich weigert, den Entdek= 
kungseid zu schwören; 3) wenn die Frau mit dem 
Manne in die algemeine und volständige Güterge= 
meinschaft trit; auch die besondere Gemeinschaft des 
Erwerbs bewürket dies, wenn sonst kein Vermögen 
des Mannes zur Befriedigung der Gläubiger mehr 
vorhanden ist; 4) wenn die Frau ihrem Recht aus= 
drüklich oder stilschweigend entsagt; stilschweigend ge= 
schiehet dies, wenn die Frau wissentlich einen Mann 
heirahtet, dessen Güter von den Gläubigern schon an= 
gegriffen worden, und der darauf in Concurs komt; 
5) wenn das Grundstük, das zum Brautschaz mitge= 
geben worden, untergehet; und endlich 6) durch die 
Verjährung, die von der Zeit, da der Brautschaz zu= 
rükgefordert werden kan, zu laufen anfängt. Das 
Vorzugsrecht des Brautschazes geht zwar auf die Kin= 
Aber die übrigen Erben der Frau haben 
der über. 
sich desselben nicht zu erfreuen. Auch hat der Kaiser 
Justinian dies Vorzugsrecht den Kezern abgesagt. 
Kezer aber sind solche, die sich zwar Christen nennen, 
aber die Gebräuche der öffentlich eingeführten Reli= 
gion nicht mitmachen, also keine Protestanten, auch 
keine Socinianer und andere Secten, wo solche öf= 
sentlich geduldet werden. Die Juden sind eben so 
wenig darunter begriffen. Denn wen der Staat dul= 
det, den macht sie auch aller gemeinen bürgerlichen 
Rechte, wenn keine ausdrükliche Ausnahme davon 
geschiehet, teilhaftig. 
Universitäts 
Max-Planck-Institut für 
Bibliothek 
europäisch 
schicht 
Rosto
	        
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