Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Miscellaneen. 
456 
* 
3 
Fragmente zum Kriminalrecht. 
Se 
Hein Römer tödtete eine geheiligte Kate in Egppten, 
und das wuͤthende Volk bestrafte diesen Kirchenraub 
dadurch, daß es den Röͤmer in Stüͤcken riß. Haͤtte man 
diesen Beklagten vor einen ordentlichen Gerichtsstuhl ge¬ 
führt, und hätten die Richter schlichten Menschenver= 
stand gehabt, so würden sie ihm das Urtheil gesprochen 
haben, daß er die Egypter und die Katzen um Verzei= 
hung bitten, und eine ansehnliche Geldstrafe entweder 
in baarem Gelde, oder in Mäusen bezahlen sollte. Sie 
würden ihm gesagt haben, daß man die Thorheiten des 
Volkes nicht ganz vernichten müsse, wenn man sie auch 
nicht immer verbessern könnte. 
Das ehrwürdige Oberhaupt der Justiz würde ihm 
ungefähr folgendes gesagt haben: „Jedes Land hat 
seine durch die Gesetze eingefuͤhrten Thorheiten, — seine 
Verbrechen der Zeit und des Orts. Hättest du in dei= 
nem Rom, welches über Asia, Afrika und Europa die 
Herrschaft hat, zu der Zeit ein geheiligtes Huhn getöd¬ 
tet, da man es fütterte, um den Willen der Götter zu 
erfahren, so würdest du sehr hart bestraft worden seyn. 
Wir glauben, daß du unsere Katze bloß aus Irrthum 
getödtet hast. Wir geben dir darüber einen Verweis. 
Gehe in Frieden, und sey künftig vorsichtiger. 
Es ist ganz gleichgültig, ob man in seinen Vorsä¬ 
Hätte aber zur 
len eine Statüe habe, oder nicht. 
Zeit 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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