Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

in Rücksicht auf den Menschen in Frankreich. 
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der Knechtschaft über ihre Vasallen behaupten, es ist 
aber kein solches, wie vor diesem, sondern ihre Unter¬ 
thanen, ihre Knechte sind nach demselben verpflichtet, 
beständig in ihren Diensten und in ihrer Abhängigkeit 
zu bleiben. Besitzen sie etwas Land und sterben ohne 
Kinder, so erben dieses die Lehnsherren; es ist eine 
Art von unvollkommener Knechtschaft, ein Mittelstand 
zwischen der Knechtschaft und Freyheit. 
Es ist auch in den Augen der meisten Beobachter 
noch ein Problem, ob diese Gattung von Dienstpflich¬ 
tigkeit der Bevölkerung ersprießlich oder nachtheilig 
sey. Einige Personen, die vermöge ihres Standes 
fahig waren von der Situation einer Provinz zu urthei¬ 
len, wo mehrere Gemeinden noch unter diesem Rechte 
leben, behaupten bemerkt zu haben, daß in den Doͤr¬ 
fern, wo man noch eine dergleichen Leibeigenschaft fin¬ 
de, die Volksmenge zahlreicher sey und die Menschen 
eines bessern Daseyns genießen. In schlimmen Zei¬ 
ten leistet der Herr seinen Knechten Beystand, nicht 
eben aus Menschlichkeit, aus Grundsaͤtzen, aus edler 
Denkungsart, sondern aus einem Geiste des Eigen¬ 
thums, der sich alles das zu erhalten bestrebt, was 
ihm zugehöͤrt, so wie der Eigenthuͤmer eines Hauses in 
Amerika nicht zulaͤßt, daß seine Negern vor Hunger 
sterben *), oder so, wie wir hier zu Lande Wesen ver¬ 
pflegen, 
*) Die Sklaverey ist der Bevölkerung so zuwider, daß 
man glaubt, die Negern in Westindien würden jährlich 
um den zwanzigsten Theil verringert werden, wenn 
man sie nicht durch eine beständige Einfuhre rekrutirte. 
Zu Athen scheinen die Sklaven nicht verheirathet ge¬ 
wesen 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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