Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Von den bürgerlichen Gesetzen 
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Von den bürgerlichen Gesetzen in Rück¬ 
sicht auf den Menschen in Frankreich. 
ach den göttlichen Gesetzen und den Grundgesetzen 
des Staats, die die ganze Masse der bürger¬ 
lichen Gesellschaft angehen, folgen die buͤrgerlichen und 
peinlichen Gesetze, die für die Individuen bestimmt 
sind. Wenn unser Staatsrecht Mangel an Gesetzen 
hat, so sind dagegen die Verordnungen unsers Pri¬ 
patrechts desto zahlreicher und mannichfaltiger. Aber 
durch eine Wirkung des nämlichen Geistes, der auf 
das Staatsrecht seinen Einfluß äußerte, betrifft der 
größte Theil dieser Gesetze das Eigenthum, wenige 
die Personen. Dieses Stillschweigen der Gesetze in 
Ansehung des Standes des Buͤrgers wird die Unter¬ 
suchung über ihre Verfuͤgungen abkuͤrzen, und wir 
schränken sie bloß auf diejenigen ein, die auf die Be¬ 
völkerung einen Einfluß haben. 
Ein jeder in Frankreich geborner Mensch ist frey. 
Dieses ist sein erstes und schoͤnstes Vorrecht, und dieses 
Vorrecht haͤngt dem Reiche dergestalt an, daß es da¬ 
rinn eine Grund- und ihm eigenthümlich zukommende 
Eigenschaft worden ist; der Sklav wird frey, so bald 
Unter¬ 
er französischen Grund und Boden betritt. 
dessen giebt es noch einige Herkommen und Gewohn¬ 
heiten, vermöͤge welcher die Gutsherren noch ein Recht 
der 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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