Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Von der Ehe. 
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digen Gatten keine Hülfe uͤbrig, und es gehen für die 
Bevölkerung zwey Erwachsene verloren. Wenn man 
aber eine Trennung unter solchen Umstaͤnden zulassen 
wollte, so würde dieses eine unnütze Handlung seyn, 
weil man keinen Gebrauch davon in Ansehung der Ge¬ 
brechlichkeiten macht, die schon vor Schließung der 
Ehe vorhanden waren. 
In welchem Alter kann die Ehe 
Statt finden? 
dir wollen aber unsere Augen von den Unglücks¬ 
fällen und dem Misgeschicke der Menschheit ab¬ 
wenden, um uns mit dem Drange der Jugend zur 
ehelichen Vereinigung zu beschäftigen. Die Natur 
hat selbst einen Zeitpunct für diese Vereinigung ange¬ 
zeigt; aber in einigen Ländern giebt es einen andern, 
den die Gesetze bestimmt haben. Das jüdische Volk 
kannte diesen Unterschied nicht; es erlaubte die Ver¬ 
heirathung gleich nach erlangtem reifem Alter, und 
diesen Zeitpunct der Reife setzte es fuͤr die Mannsper¬ 
sonen auf dreyzehn und ein halbes Jahr. In den 
muhamedanischen Ländern, wo die Polygamie erlaubt, 
und das Vergnügen der Zweck der Ehe *) ist, das 
K 3 
doch 
*) Die Muhamedaner haben auch eine Ehe; sie ist aber 
fast weiter nichts, als die Anstalt einer Subordina¬ 
tion unter den Weibern, und eine Polizeyverfügung in 
Absicht auf das Hauswesen. 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
eso 
europäische
	        
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