Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 1 (1781))

Ueber die Staatsgesetze. 
würfe und Anmaaßungen desselben rc. rc. rc. *). Die 
Bürger in Genf thaten schon zu Anfange dieses Jahr¬ 
hunderts diese Fordrung, daß die Gesetze der Repu¬ 
blik gesammlet, und jedem einzelnen Bürger bekannt 
gemacht würden. Im Jahr 1738 gelang es ihnen, 
daß in einem Vertrage zwischen der Krone Frankreich 
und den beyden Kantonen Zürich und Bern folgen¬ 
der Artikel eingerückt wurde: 
„Damit ein jeder die Staatsgesetze kenne, und 
„sich ihnen mit mehrerer Folgsamkeit unterwerfe, 
„soll, so bald als möglich, ein allgemeines 
„Gesetzbuch abgefaßt und in Druck gegeben 
„werden, welches alle Staatsgesetze und Poli¬ 
„ceyverordnungen enthalten soll." 
Ueber 
die Vortrefflichkeit dieses Gesetzes überhaupt, 
und die darinn enthaltne Vorschrift, die Staatsge¬ 
setze zu entwerfen, brauchen wir keine Anmerkung zu 
machen; aber über den Punkt, daß die Polizeyverord¬ 
nungen mit in dem Gesetzbuch enthalten seyn sollen, moͤch¬ 
ten die bloßen Juristen wohl viel zu sagen wissen. 
Ich an meinem Theile halte diese Verbindung 
nicht allein nützlich, sondern auch nothwendig, und 
glaube, daß ein System der Gesetze, welches eben 
nicht das beste ist, aber in sich selbst wohl zusammen¬ 
haͤngt, dem Endzwecke gemaͤßer sey, als ein andres, 
welches zwar mit mehrerer Weisheit abgefaßt ist, aber 
nicht unter sich zusammen 
hängt. Da alle Gesetze, 
sie mögen seyn von welcher Natur sie wollen, einerley 
A 2 
Endzweck 
Wieland. 
Vorlage. 
Max-Planck-Institut für 
chtsges 
europäische R
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer