Full text: Archiv für das Notariat (Bd. 2 = H. 1/3 (1811))

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über die Gütergemeinschaft suchen. Diese Vorschriften 
sagen, daß der Mann, als Haupt und Vorsteher der 
Gütergemeinschaft, das Recht hat, nicht nur allein über 
den Brautschatz seiner Ehefrau und alle bewegliche Sa¬ 
chen, welche zum gemeinschaftlichen Vermögen gehören, 
zu verfügen, sondern daß er auch nach C. N. 1421 die von 
der Gemeinschaft errungenen liegenden Güter 
ohne Mitwirkung (concours) der Ehefrau zu 
veräussern und zu verpfänden ausdrücklich 
befugt ist. 
Die Fran hat folglich zum Garanten ihrer Rechte 
die gesetzliche Hypothek; aber diese trifft nur 
die Güter ihres Mannes. (C. N. 2121). 
Diese beiden Vorschriften enthalten die Grundlage von 
allen dem, was über die Frage gesagt werden kann. 
Alles hängt von einem einzigen Punkte ab, nämlich 
von der Bestimmung der Natur und Eigenschaft der 
zur Gemeinschaft gehörigen liegenden Güter während der 
Dauer dieser Gemeinschaft, und von der Frage, ob sich 
diese Güter de plano mit jenen des Mannes vermischen? 
Wenn die Gesetze dem Ehemanne die freie Verfü¬ 
gung über das Gesammtvermögen der Gemeinschaft ohne 
Mitwirkung der Frau gestatten, und dennoch der letz¬ 
tern zu gleicher Zeit ihre gesetzliche Hypothek auf die der 
Gemeinschaft gehörigen liegenden Güter ertheilte, so 
würden sich daraus mehrere auffallende Widersprüche in 
den Regeln und in den Verfügungen des C. N. erge¬ 
ben; denn 
1) bemerke man, daß der Ehemann die persönlichen 
Güter seiner Frau ohne ihre Einwilligung nicht ver¬ 
äussern kann (C. N. 1421) und daß das Gesetz von den 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin 
eurc
	        
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