Full text: Archiv für das Notariat (Bd. 2 = H. 1/3 (1811))

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„raubt, und auf die ihnen als Erben zuständigen Rechte 
„auf die Hälfte der Verlassenschaft eingeschränkt sehen, 
„von diesem Notar den Ersatz des Legats, welches ih¬ 
„nen entgieng, fordern könnten rc." (Denevers 
1810. C. 8. S. S. 124). 
Appellhof von Pau. Arret vom 4ten April 1810. 
Natürliches Kind, Vermögenstheil, über wel¬ 
chen man verfügen kann, natürliches Kind, 
Recht an seines Vaters Verlassenschaft in 
Konkurrenz mit den Neffen desselben. —Repre= 
sentation. (C. N. 757 und 742). 
Um den Vermögenstheil zu bestimmen, über welchen 
der Erblasser hat verfügen können, muß man das un= 
eheliche Kind als ein eheliches annehmen. Die Neffen 
und Nichten einer Person, welche ein uneheliches ge¬ 
setzlich anerkanntes Kind hinterläßt, representiren ihren 
verstorbenen Vater oder Mutter und reduziren dadurch 
den dem unehelichen Kinde gebührenden Antheil an des 
Verstorbenen Verlassenschaft auf die Hälfte, d. h. auf 
jenen Theil, den es erhalten haben würde, wenn der 
Verstorbene Geschwister hinterlassen haben würde. 
Diese letzte Entscheidung gehört zu einer berühmten 
Kontroverse unter den Rechtsgelehrten und Gerichts¬ 
höfen. Die Frage nämlich, ob die Deszendenten des 
Bruders eines Verstorbenen auch dann ihren Vater 
representiren, wenn sie mit dem unehelichen gesetzlich 
anerkannten Kinde seines Bruders konkurriren, und 
dadurch den Antheil des letzteren von drei Viertheilen 
auf die Hälfte verringern, wird von den Herrn Merlin 
Voage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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