Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1849 (1849))

Ein Votum. 
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gewöhnt sind, Letztere, weil sie eben so abhängig sind 
als andere Verwaltungsbeamte. 
Jch würde ebenso aber auch, wie in England und 
Nordamerica ausschließen 
alle Advocaten 
denn sie sind zu parteilicher, einseitiger Beurtheilung gewöhnt 
sie stehen in zahllosen Verbindungen mit den Partei=In= 
teressen des Publicums und gewähren keine Garantie für 
unparteiische Beurtheilung. Man möchte endlich auch 
noch geneigt seyn 
alle Elementar=Schullehrer, sowohl die vom 
Staat als von den Communen angestellten, 
auszuschließen, da diese Männer Alles nach Principien der 
Schule zu beurtheilen gewöhnt sind und in den Discussio= 
nen jeder nach seiner Weise die Andern zu doctriniren sucht. 
Es haben sich zwar in Deutschland neuerdings manche 
Stimmen gegen zu viele Ausschließungen erklärt; z. B. 
Mittermaier und v. Stemann. Man hat gefragt, 
ob denn noch genug Fähigkeiten zum Amt der Geschwor= 
nen übrig bleiben würden, wenn man den ganzen öffent= 
lichen Beamten= und den Militairstand zurückweisen wolle. 
Gleichwohl halte ich das für eine Lebensfrage für die Reinheit 
des Instituts und England liefert den Beweis, selbst Nord= 
america, mit seiner noch verhältnißmäßig dünnen Bevöl= 
kerung, daß man ohne jene Categorieen bestehen kann. 
Schlechterdings nothwendig erscheint die Ausschließung 
derjenigen, welche ihre Unbescholtenheit durch Verbrechen 
selbst verwirkt haben, was sich für jetzt in Preußen haupt= 
sächlich durch Aberkennung der National=Cocarde mani= 
festirt. 
Hiermit möchte der Kreis der zum Schwurmänner= 
Amt Berechtigten oder im Allgemeinen Berufenen voll= 
ständig abgeschlossen seyn. 
Vorsge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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