Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1840 (1840))

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für das Königreich der Niederlande. 
schreckung von Verbrechen, sondern auch so eingerichtet 
werde, daß dadurch die Besserung der Schuldigen bewirkt 
werden könne. Die Strafen von längerer Dauer und 
schwererer Art sollten (nach der Erklärung des Edicts) nur 
bei solchen Schuldigen angewendet werden, deren Ver= 
brechen eine tief eingewurzelte Verdorbenheit beweisen, und 
die, nachdem sie ihre Strafe ausgestanden haben, nicht 
leicht Vertrauen einflößen können, vielmehr sich selbst und 
der bürgerlichen Gesellschaft zur Last fallen. Das Gesetzbuch 
zerfällt in 3 Bücher. Erstes Buch: von den Strafen und 
den allgemeinen Regeln in Bezug auf Anwendung und Voll= 
streckung der Strafen (aus 158 §.). Zweites Buch: von 
den Verbrechen, Vergehen und der Bestrafung derselben. 
Titel l. von den Verletzungen der, der Religion des Staats 
schuldigen Ehrfurcht. Tit. II. Von den Verbrechen der 
Verletzung der Majestät: 1) von den Verbrechen gegen die 
äußere Sicherheit des Staats; 2) von Verbrechen gegen 
die innere Sicherheit; 3) von der Verbindlichkeit, die 
Verbrechen anzuzeigen, welche die äußere oder innere Si= 
cherheit gefährden. Tit. III. Von Verbrechen gegen die 
Verwaltung der Justiz und andrer Zweige der öffentlichen 
Administration, (hieher sind auch der Aufruhr, Unge= 
horsam und alle Amtsverbrechen gestellt). Tit. IV. Von 
den Verbrechen wider den öffentlichen Glauben: 1) Fäl¬ 
schung öffentlicher Siegel, Münzen, Stempel; 2) Fäl= 
schung öffentlicher und Privat=Urkunden; 3) falsches Zeug= 
niß; 4) falsche Beschuldigung. Tit. V. Verbrechen in Be= 
zug auf Handel, Manufakturen, Gewerbe, öffentliche 
Lebensbedürfnisse, Versteigerungen, — hier ist auch von 
dem Bankerutt gehandelt. Tit. VI. Von Verbrechen 
gegen die öffentliche Gesundheit, (hier auch von Verfäl¬ 
schungen der Lebensmittel). Tit. VII. Verbrechen gegen 
die öffentlichen Sitten, (hier von outrage à la pudeur). 
Tit. VIII. Verbrechen gegen den öffentlichen Frieden, 
Vorlage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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