Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1840 (1840))

für das Königreich der Niederlande. 
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macht *), wie der Gesetzgeber die Lehre von den Ur¬ 
hebern und Theilnehmern vereinfachen und Bestimmun¬ 
gen erlassen könnte, durch welche die Richter in den 
Stand gesetzt werden, die Strafe dem Grade der Ver= 
schuldung gemäß auszumessen. Mag man auch (nach 
dem Beispiele der deutschen Gesetzgebungen) die intellectuel= 
len Urheber mit gleicher Strafe wie den Thäter bedrohen, 
so führt doch eine solche ausnahmslose Strafvorschrift zu 
ungerechten Entscheidungen *); es bedarf einer Ermäch¬ 
tigung für den Richter, in einzelnen Fällen auch eine ge¬ 
ringere Strafe zu erkennen. Ohnehin hat der vorliegende 
Entwurf den Begriff des intellectuellen Urhebers zu weit 
ausgedehnt, wenn er z. B. auch den Rathgeber dahin 
rechnete. Man darf behaupten), daß durch bloßen 
Rath, wenn er auch noch so bestimmt und umständlich 
ist, Niemand eine solche Verschuldung auf sich lade, 
daß er dem Thäter gleichgestellt werden darf. — Nicht 
zu billigen ist das im art. 56. gedrohte Strafverhältniß. 
Es verletzt alle Grundsätze der Gerechtigkeit, wenn der, 
welcher eine Waffe zur Ausführung der Tödtung lieh, oder 
(vielleicht aus Mitleiden) dem, der sein eigenes Haus an= 
zuzünden entschlossen war, eine Art der Ausführung anräth, 
bei welcher am wenigsten für andere Personen Gefahr ent= 
stand, oder den, der aus Freundschaft einen Andern, 
welchen er von der Ausführung des Verbrechens aller Er= 
mahnungen ungeachtet nicht abbringen kann, begleitet, 
und Spähe steht bei der Ausführung, mit einer so strengen 
Strafe belegt werden soll, wie sie der art. 56. droht. 
14) Archiv des Criminalrechts Neue Folge 1839. S. 553 f. 
15) S. auch meine Bemerkungen im Archive des Criminatrechts 
1839. S. 166. 
16) N. Archiv des Criminalr. VIII. S. 336. Hellie Théo¬ 
rie du Code pénal II. S. 81. 
B 
Arch. d. CR. 1840. I. St. 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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