Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1840 (1840))

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VII. 
Ueber die Gränze 
zwischen 
Betruge. 
civilrechtlichem und criminellem 
Von 
Herrn Dr. Gustav Geib, 
Professor in Zürich. 
(Beschluß von Nr. IV. im vorigen Stücke.) 
Wenden wir uns jetzt zu der zweiten der oben aufgestellten 
Regeln. Diese Regel lautete so: in allen Fällen, 
wo der Betrogene selbst auf eine Täuschung 
sich gefaßt machen mußte, werden gewöhn¬ 
lich nur civilrechtliche Ansprüche begründet; 
eine Strafe aber findet blos dann Statt, 
wenn der Betrug von der Art war, daß 
nach der ganzen Individualität des Beschä¬ 
digten anzunehmen ist, derselbe sei, mit 
Rücksicht auf die bei anderen Gelegenhei¬ 
ten von ihm bewiesene Klugheit, nicht im 
Stande gewesen, die Täuschung zu durch¬ 
schauen und sich dagegen zu schützen. Daraus 
folgt also, daß überall, wo es sich, gegenüber unserer 
ersten Voraussetzung, von einem Betruge handelt, der 
nach dem gewöhnlichen Treiben der Menschen mit mehr 
oder weniger Wahrscheinlichkeit vorausgesehen werden 
kann, es nicht hinreicht, daß nur überhaupt Jemand be= 
ge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin 
pälsche Rechtsgeschichte — Peuster bubet T
	        
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