Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1841 (1841))

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und über die Aufhebung dieser Strafart. 
gegen diesen Antrag; ein Mitglied führte den Fall an, in 
welchem ein wegen Mordes zum Tode Verurtheilter er¬ 
klärte, daß, wenn er gewußt, daß der begangene Mord 
die Todesstrafe nach sich ziehen könnte, er ihn nicht be¬ 
gangen hätte; er habe geglaubt, daß die Todesstrafe hier 
im Lande nicht mehr vollzogen würde. Mehrere Stimmen 
hielten die Todesstrafe für gerechtfertigt durch das Princip 
der Wiedervergeltung, durch die Nothwendigkeit und die 
Wirksamkeit dieser Strafart. Bei der Abstimmung erklär= 
ten sich nur 6 Stimmen für Abschaffung der Todesstrafe. 
In dem Commissionsberichte der großh. hessischen 
zweiten Kammer war kein Antrag auf Aufhebung der To¬ 
desstrafe gemacht; nur kurz wird bemerkt ), daß es 
Verbrechen so schwerer Art und aus so gewaltigen Antrie= 
ben entstehend gebe, daß nur durch Androhung der härte¬ 
sten Strafe ihnen entgegengewirkt werden könne, daß das 
lebenslängliche Zuchthaus kein genügendes Surrogat sey, 
und daß, wenn der Staat sich gegen den äußern Feind 
schütze, er auch gegen Verbrecher durch die Todesstrafe 
sich zu schützen befugt sey. Bei der Berathung des Ent= 
wurfs in der zweiten Kammer ) wurde kein Antrag auf 
die Weglassung der Strafart gestellt; nur zwei Mit¬ 
glieder sprachen Zweifel gegen dieselbe, am Ende aber ihre 
Ueberzeugung dahin aus, daß sie zwar wünschten (auch 
andere Mitglieder erklärten sich damit einverstanden), daß 
man mit voranschreitender Civilisation zur Aufhebung ge¬ 
langen könne, daß sie aber die Todesstrafe als eine mit 
den schwersten Verbrechen im gerechten Verhältnisse ste= 
hende, nach der Volksansicht wirksame Strafe, und daher 
— Interessant sind 
als zur Zeit nothwendig betrachten. 
endlich die Verhandlungen in dem großen Rathe von St. 
18) Commissionsbericht S. 30. 
19) Verhandlungen der zweiten Kammer S. 27. 
onge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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