Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1845 (1845))

Ueber die Strafbarkeit des Duells 
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rung der Duelle nicht wirksam genug erschien; wie denn 
insbesondere eine bloße Herausforderung unter keine Be¬ 
stimmung des Gesetzbuchs subsumirt werden kann. Da 
die Verweisung an den Gesetzgebungsausschuß keinen Erfolg 
hatte, so muß wohl angenommen werden, daß das be= 
stehende Gesetz von diesem für ausreichend erachtet worden 
sey. Bei der Discussion des Gesetzbuchs von 1810 im 
Staatsrathe wurde das Duell nicht erwähnt, die mei¬ 
sten hierher einschlagenden Bestimmungen des Entwurfes, 
namentlich die art. 245 — 249. 261. 263—268. (jetzt 
art. 295. 296. 297. 309. 310. 311. 327. 328. des Gesetz¬ 
buches) wurden ohne alle Discussion angenommen; indes= 
sen zeigt eine Erörterung, zu welcher der art. 251. des 
Entwurfes (art. 221. des Gesetzbuches) Anlaß gab, 
wonach Tödtung und Körperverletzung milder bestraft wer= 
den sollen, (crimes et délits excusables,) wenn sie 
durch Mißhandlungen provocirt worden, — wie wenig es 
in der Intention des Staatsrathes lag, den herrschenden 
Ansichten über den Ehrenpunkt im Strafrechte zu huldigen. 
Es wurde nämlich die Motion: auch eine Ehrenkränkung 
als fait d'excuse zuzulassen, durch die Betrachtung besei= 
tigt: daß eine solche Kränkung der Provocation durch kör= 
perliche Mißhandlungen nicht gleichgestellt werden könne, 
daß dem Beleidigten nicht zustehe, sich selbst Satisfaction 
zu verschaffen, daß das Recht zu strafen allein dem Staate 
zustehe, daß es allen Grundsätzen widerstreiten würde, 
wenn man dem Beleidigten erlaubte, sich selbst zum Rich= 
ter in seiner Sache zu machen: 
Les tribunaux lui sont ouverts ; c'est là qu'il 
doit demander la réparation qui lui est due. 
Enfin si emporté par la gravité de l'outrage 
il s'était oublié, la clémence du prince pour¬ 
rait à raison des circonstances adoucir la séve¬ 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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