Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1853 (1853))

Stellung der Staats= und Kirchendiener. 
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bereits Uebersichten der unsern Gegenstand betreffenden Vor¬ 
schriften, wenn auch schon nicht mehr bis in die neueste 
Zeit, in Dr. Häberlin's Grundsätzen des Crim.=Rechts, 
Bd. IV. (1849) S. 349—468 und compendiarischer in 
Mittermaier=Feuerbachs Lehrbuch, sowie im Lehrbuch des 
Verfassers dieser Abhandlung vorfinden. Zu einigen all¬ 
gemeinen Bemerkungen darüber wird diese selbst noch 
Anlaß geben. 
Nebenher sind dann die neuesten Verfassungsbestim¬ 
mungen über das Verhältniß der Kirche zum Staat von 
großem Einfluß in Betreff der strafrechtlichen und dis¬ 
civlinarischen Stellung der Kirchendiener gewesen. Wir 
werden weiterhin darauf zurückkommen. Am meisten jedoch 
sind die disciplinarischen Institutionen im Staatsdienst zu 
einer entschiedenen Fortentwicklung gebracht worden, deren 
Hauptergebnisse, so weit sie aus der Vielheit der deutschen 
Legislatur in nähere Kenntniß zu bringen waren, kürzlich 
hier erwähnt werden müssen.*) 
In Preußen war es bis zur gegenwärtigen Re¬ 
gierungs=Epoche bei dem im früheren Aufsatz geschilderten 
System geblieben, wenn die zahllosen Special=Regulative, 
in welchen es beruhete, ein System zu nennen waren. 
Da fiel wie ein Blitz das Gesetz vom 29. März 1844, 
betreffend das geistliche und Disciplinar=Strafverfahren 
gegen Beamte in die Rumpelkammer der Praxis. Die 
dadurch veranlaßte Störung ihrer Behaglichkeit brachte, 
in Verbindung mit dem damaligen formellen Liberalismus, 
eine Opposition zu Wege, die man sich in Zukunft bei 
ruhiger politischer Prüfung nicht wird erklären können, 
1) Bei dem früheren Aufsatze lagen erst vor: Baiersche, Würtem¬ 
bergische, Hessische, Badische und Sachsen Coburgische Gesetze 
über den Staatsdienst. Eine größere Zahl konnte bereits H. A. 
Zachariä, in seinem Deutschen Staats= und Bundesrecht, Abth. 
2. (1842) §. 117 folg. benutzen. 
Cert 
Vodage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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