Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1853 (1853))

X. 
Erfahrungen 
über das K. Sächs. Criminal=Gesetzbuch 
vom 30. März 1838. 
Vom Herrn Appellations=Rathe Dr. Schwarze in Dresden. 
(Schluß.) 
V. 
Urheberschaft — Beihülfe — Begünstigung. 
Das Sächsische Gesetzbuch beruht auf der Stübelschen 
Theorie und hat mit derselben die Eintheilung in gleiche 
und ungleiche Theilnahme aufgenommen. Die einseitige 
Auffassung der objectiven Seite der Thätigkeit, von wel¬ 
cher Stübel unter absichtlicher Vernachlässigung des sub¬ 
jectiven Moments ausgegangen ist, ist in dem Sächsischen 
Gesetzbuche vollständig ausgeprägt. Eine gleiche Theil¬ 
nahme mit voller Zurechnung nimmt es an, wenn mehrere 
Personen nach vorgängiger ausdrücklicher Verabredung oder 
stillschweigender Uebereinkunft gemeinschaftlich eine verbre¬ 
cherische Handlung ausgeführt haben.*) Eine gleiche Zu¬ 
rechnung läßt es bei denjenigen eintreten, welche das Ver¬ 
1) Die Praxis nimmt eine gemeinschaftliche Ausführung der That 
auch dann an, wenn solche Nebenhandlungen 
gemeinschaftlich 
ausgeführt worden sind, ohne welche das Verbrechen selbst nicht 
vollbracht werden konnte. Die Aeltern hatten die Tödtung ihres 
Kindes verabredet. Der Ehemann trug das Kind fort, um es 
in den Fluß zu werfen. Die Mutter öffnete ihm hierzu die 
Thüre des Hauses. 
Archiv d. Cr. N. 1853. III. St. 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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