Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 1 (1781))

satisfactione &c. 
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öffentlichen Strafe und Privatsatisfaction, noch 
ein so genanntes Schmerzgeld fordern könne. Hier= 
bei verfährt der Auctor so, daß er §. 2. die ge= 
genseitige Gründe anzeigt, zu dem Ende den 
Streitpunkt firirt §. 3. den Ursprung des Schmerz= 
gelds aufsucht, §. 4 und 5. den heutigen Nichtge= 
brauch der ehemaligen Geldbußen darthut, §. 6. 
und 7. und auf die Quistorpischen Gründe von 
§. 8 — 10. einzeln antwortet. Quistorps haupt= 
sächlichste Gründe sind der Gerichtsgebrauch, die 
Disposition der peinlichen Halsgerichtsordnung und 
die Analogie des römischen Rechts. Die streitige 
Frage gehet dahin, ob ein unschuldig Verwunde= 
ter außer den Ersatz des durch die Deformität erlitte= 
nen Schadens für seine Schmerzen noch besonders 
etwas verlangen könne. Jn den römischen Gese= 
tzen ist ausdrücklich verboten, empfangene Wun= 
den und Verunstaltungen zu taxiren. Bei den 
teutschen aber waren Zeiten, in welchen die meh= 
resten Vergehungen der Rache des Verwundeten 
und dessen dadurch beleidigten Familie überlassen 
war. Beyde konnten den Feind so lange verfol= 
gen, bis sie ihm entweder wieder eins versetzt, 
oder er sich mit Geld abgefunden hatte. Diese 
Abfindung wurde nachher, da die Selbsthülfe | 
mehr eingeschränkt wurde, auf etwas gewisses ge= 
setzt und man brachte alle Arten von Unstaltun= 
gen in einen gewissen Anschlag. Hierin nun setzt 
der Verfasser den Ursprung des Schmerzgelds und 
zeigt, daß, da auf dergleichen Verwundungen ent= 
N. 5 
weder 
atsbibl 
Max-Planck-Institut für
	        
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