Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 3 (1781))

Gerichtsstand in zeitlichen Sachen. 427 
als andere Art darinn bestättigt worden sei. Zu 
dem End begegnet er den aus verschiednen Stellen 
des Friedens *) hergenommenen gegenseitigen Ein= 
würfen, geht in die westphälische 
Friedensgesetzge= | | 
bung selbst hinein, und beleuchtet 
diejenige Para= 
graphen des Friedensinstruments 
**) welche den 
in Frage stehenden kirchlichen Gerich 
tsstand der evan= | | 
gelischen Geistlichen begründen. 
Es schließt abe r 
der Herr Verfasser ohngesehr so: wenn wahr ist, 
daß die evangelischen Unterthanen eines katholischen 
Landesherrn, die im Jahr 1624. ihr Religionsexer= 
citium gehabt, dasselbe fernerhin mit seinen An¬ 
neren ungekränkt behalten, und wenn zwischen bei= 
den Religionspartheien eine wechselseitige vollkom¬ 
mene Gleichheit beobachtet werden soll; so folgt, 
daß solchen Unterthanen die Anordnung eines eig¬ 
nen Gerichtshofs oder Konsistoriums zustehe. Das 
Antecedens beweisen die angezogenen Stellen des 
Friedensinstruments ganz deutlich, und die Folge 
fliest aus jenen. Denn was die Katholicken in 
ihren Landen prätendiren, das kan den Protestan= 
ten in ihren Landen nicht verboten seyn. Wie nun 
aber der katholische Geistliche seinen Gerichtsstand 
nicht vor dem weltlichen, sondern kirchlichen Ge¬ 
richtshof hat: also muß der evangelischen Geist¬ 
lichkeit gleichfalls ein eigner kirchlicher Gerichtsstand 
eingeräumt werden. Die dagegen zu machende 
Do5 
Zweifel 
*) W. Fr. Jnst. Art. V. §. 30-44. und §. 48. 
*) W. Fr. Jnst, am angem. Ort, §. 30. 31. und §. 1. 
Staatsbibliothel 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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