Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 3 (1781))

Max-Planck-Institut für 
euro 
516 Hartleben Meditationes 
gelmässigen Geburt, sondern von einem wahren 
Monstro die Rede ist, so kann man ihm doch 
auch eine vernünftige Seele nicht zu sprechen, und 
aus welchem Grund will man es alsdann für ei¬ 
nen Menschen halten? Quod inuincibiliter igno¬ 
ramus perinde est, ac si non exsisteret. Die Re¬ 
gel: nondum natus habetur pro nato, quoties 
de ipsius fauore quaeritur, wird billig eini¬ 
germassen eingeschränkt. Die Frage: ob ein zwey¬ 
köpfiger Mensch für einen, oder für zwey Men= 
schen zu halten sey? Beantwortet der Hr. Verf. 
mit Unterschied. Wenn nemlich an den zwey 
Köpfen Wirkungen, welche einander zuwieder 
sind, wahrgenommen werden, so hält sie der Hr. 
Verf. für zwey, im gegentheiligen Fall aber nur 
für einen Menschen. In dem 17. Specimen 
wird von den Weibsleuten gehandelt. Wenn ei¬ 
nige die besondern Rechte dieses Geschlechts aus 
der Eifersucht, andere aus der Zärtlichkeit der 
Männer ableiten: so ist des Hr. Verf. Meinung, 
daß sie aus keinem gemeinschaftlichen Grund her¬ 
rühren, wohl die richtigste. Gegen die Regel: 
daß unter der Benennung des weiblichen Geschlechts 
das männliche nicht mit begriffen sey, führet der 
Herr Verfasser aus der Leipziger Wechselordn. 
v. J. 1682. §. 2. ein Beyspiel an. Allein, aus 
derselben läßt sich wohl ein Schluß auch auf 
das männliche Geschlecht machen. Daraus aber 
folgt unserer Meinung nach noch nicht, daß 
Mannsleute auch unter der Benennung der 
Frauen 
Staatsbibliothe
	        
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