Full text: Annalen der Rechtspflege in Rheinbayern, oder Darstellung merkwürdiger Rechtsfälle und ihrer Entscheidung durch die obern Gerichtshöfe Rheinbayerns, im Gebiete des Civil- und Criminal-Rechts (Bd. 1 (1830))

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keiner Weise mißbraucht. Mit Anstand und Würde erfüll¬ 
ten sie ihren wichtigen Beruf und trugen dadurch das Ihrige 
zur Förderung des öffentlichen Dienstes redlich bei. 
„Nur in Kaiserslautern kamen einige leichte Dis¬ 
ciplinarahndungen gegen Anwälte vor. Daß längere Zeit 
die Stelle des Staatsprokurators daselbst unbesetzt blieb, 
gab mit dazu Anlaß. Es ist zu hoffen, daß künftig der¬ 
gleichen Abweichungen von den Gesetzesvorschriften auch 
dort werden vermieden werden. Der dahin neu ernannte 
Staatsprokurator ist ein eben so gewissenhafter und thäti¬ 
ger, als versöhnlicher und verträglicher Mann. Durch sein 
Mitwirken werden die Reibungen bald ganz aufhören, die 
sich zwischen den Gerichtspersonen und dem Barreau zu¬ 
weilen daselbst zeigten und mitunter nachtheiligen Einfluß 
auf den Dienst hatten. 
„Hinsichtlich der Gerichtsboten wird strenge Auf¬ 
sicht geführt. Bei weitem die Meisten thun ihre Schuldig¬ 
keit und geben keinen Anlaß zu Beschwerden. Wo hin und 
wieder einer oder der andere der Gerichtsboten sich etwas 
zu Schulden kommen ließ, da wurde sogleich auf die geeig¬ 
nete Weise eingeschritten. 
„Ich schließe mit dem wiederholten aufrichtigen Wunsche, 
der Himmel wolle S. M. den König und das ganze Kgl. 
Haus in der Fülle der Gesundheit und Kraft ihrem treuen 
Volke noch lange Jahre erhalten und das Vaterland in 
allen seinen Theilen vor Krieg und gewaltsamen Störun¬ 
gen des innern Friedens fortan bewahren; Wünsche, in 
welche gewiß alle Bewohner des Rheinkreises einstimmen 
die, bei einer freimüthigen Sprache und einem aufgeklärten 
Sinn, in fester, unwandelbarer Treue, in wahrer Anhäng¬ 
lichkeit an König und Vaterland, ihren Brüdern der ältern 
Kreise auf keine Weise nachstehen!" 
oa. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin 
uro
	        
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