Full text: Annalen der Rechtspflege in Rheinbayern, oder Darstellung merkwürdiger Rechtsfälle und ihrer Entscheidung durch die obern Gerichtshöfe Rheinbayerns, im Gebiete des Civil- und Criminal-Rechts (Bd. 1 (1830))

Bähr, Handelsmann in Frauenberg, wurde Ansteigerer 
der Güter. 
Einige Zeit nachher trat der Staatsanwalt in 
Zweibrücken gegen Zacharias Bähr mit der Beschuldigung 
auf, daß derselbe sich bei der erwähnten Versteigerung des, 
im Art. 412 des Strafgesetzb. bezeichneten Vergehens schul¬ 
dig gemacht habe, indem erweißlich sey, daß ein Steiglieb¬ 
haber, Namens Herr, zugegen gewesen, welcher bereits 
ein Gebot gemacht und die Absicht gehabt habe, noch wei¬ 
ter zu bieten; daß aber Bähr denselben arglistigerweise 
durch Versprechungen davon abgehalten habe, um selbst 
den Zuschlag für eine geringere Summe zu erlangen. 
Dem gemäß wurde Bähr vor das Zuchtpolizeigericht in 
Zweibrücken geladen, und durch ein Urtheil vom 28. März 
1826 erklärte ihn dieses Gericht des erwähnten Vergehens 
überwiesen und verurtheilte ihn zu einer Gefängnißstrafe und 
zu einer Geldbuße. Auf eingelegte Berufung wurde dieses 
Urtheil durch die Zuchtpolizeikammer des K. Appellations¬ 
gerichts bestätigt. Zu bemerken ist, daß Johannes Mas¬ 
sing in diesem strafrechtlichen Verfahren als Zeuge gegen 
Bähr vernommen wurde. 
In der Folge wurde Johannes Massing von Bähr, 
als Ansteigerer der zwangsweise veräußerten Güter, aufge¬ 
fordert, ihm den Besitz dieser Güter abzutreten. Massing 
widersetzte sich diesem Begehren und machte vor Gericht 
geltend, daß der Zuschlag keine rechtliche Wirkung haben 
könne, weil durch die erwähnten strafrechtlichen Erkennt¬ 
nisse erwiesen sey, daß Bähr die freie Concurrenz bei der 
Versteigerung auf unerlaubte Weise gestört habe. 
Durch ein Urtheil des K. Bezirksgerichts in Zwei¬ 
brücken, vom 7. May 1827, wurde dieser Ansicht gemäß 
Vortag 
Staatsbibliothel 
Max-Planck-Institut für 
op
	        
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