Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Rep. 1. Bd. 1/10. 1825-28 (1830))

XIII 
im Interesse eines Rechtsstreites oder einer Untersu¬ 
chungssache befangenen Personen, den Parteien, den Verletz= 
ten, Angeschuldigten rc. gewähren, noch daß es über= 
haupt, berechnet auf eine verhältnißmäßig kurze Zeit, 
eine vollendete praktische Ausbildung möglich machen 
könne. Allein diese Forderung darf so wenig an dasselbe 
gestellt werden, und liegt auch nicht in der Bestimmung 
desselben, als man etwa erwarten darf, daß die prakti¬ 
sche Tüchtigkeit des Geschäftsmannes, die eine lange 
und wohl benutzte Erfahrung voraussetzt, schon in den 
ersten Jahren, bei unsern, die Universität verlassenden 
und bei Gerichte arbeitenden jungen Rechtsgelehrten 
(wenn sie dieses alle sind) einkehren werde, wie sich 
Manche überreden, welche die Sache leichter, als recht 
ist, nehmen. Zudem ist hier am wenigsten die Rede 
von der Kunst der Untersuchungsführung, sondern mehr 
der rechtlichen Defension und der Beurtheilung eines Cri= 
minalfalles, nach seiner materiellen und formellen Seite 
— beide aber beruhen hauptsächlich auf Akteneinsicht 
und Vergleichung ihres Inhalts mit den Rechtsgrund¬ 
sätzen, und in dieser Beziehung kann gerade auf der Uni= 
versität nicht nur — mehr soll nicht geleistet werden 
eine gute Vorbereitung für den Eintritt in die 
eigentliche Praxis, — stattfinden, die Kenntniß des Pro¬ 
zesses, mit Beispielen unterstützt, der juristische Scharf¬ 
sinn geübt werden, sondern es wird auch auf diese Weise 
eine lebendige Anschauung des Zusammenhanges und 
Jneinandergreifens der Prozeßhandlungen, eine Einsicht 
in das Wesen verbrecherischer Handlungen und ihres 
Thatbestandes, des Beweises derselben, und überhaupt 
eine Kenntniß bewirkt, welche, wenn sie auch noch nicht 
die ausschließend ächt praktische ist, doch zu derselben 
Voage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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