Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Rep. 1. Bd. 1/10. 1825-28 (1830))

XII 
ist eins, aber die Elemente, die Richtungen, sind ver¬ 
schieden, wie die Manichfaltigkeit der Verhältnisse nach 
den Gesetzen des Causalzusammenhanges, des Wechsels, 
und was im Strafrecht am wichtigsten ist, nach denen 
des Willens, in seiner subjectiven und objectiven Er= 
scheinung. 
Noch in einer anderen Hinsicht aber empfiehlt sich 
diese Zeitschrift vorzüglich dem akademischen Rechtsleh= 
rer, um zu einer Vermittelung oder einem Uebergange 
der Theorie zur Praxis zu dienen, wie wenig auch 
von manchen Seiten von dem s. g. Prakticum und Re= 
latorium auf Universitäten, das ehedem fast allgemein 
als unerläßlich betrachtet wurde, jetzt oft gehalten 
wird. — Die Einen glauben, es sey des Gelehrten und der 
Wissenschaft nicht würdig, sich mit der concreten Wirk= 
lichkeit zu beschäftigen, und, besonders bei Gegenständen 
des Criminalrechts, z. B. der Prüfung eines Beweises, 
eines Geständnisses, sein Augenmerk auf eine Menge 
äußerer, selbst unbedeutend scheinender Umstände zu rich= 
Andere behaupten — die Praxis, das Sub¬ 
ten - 
sumiren gegebener Thatsachen unter die gesetzlichen und 
rechtlichen Grundsätze, das Auffinden der leitenden Prin= 
cipien, kurz das eigentliche Geschäft der Rechtsanwen¬ 
dung sey ein so unendlich schwieriges, daß es die Kräf= 
te angehender Juristen, vielleicht auch des blos theoreti= 
schen Lehrers selbst übersteige. Wenn zwischen einer 
dieser Meinungen zu entscheiden, wenn nicht jede der= 
selben einseitig wäre, so könnte man am ersten geneigt 
seyn, der letztern beizutreten. Denn das wird Jeder, der 
hier mitzusprechen im Stande und berechtigt ist, wohl 
zugeben, daß das Prakticum, wie es auf Universitäten 
möglich ist, weder einen Ersatz für den Verkehr mit den 
Vorag 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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