Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Rep. 1. Bd. 1/10. 1825-28 (1830))

XI 
esse zu erwecken, seinen Vortrag über einzelne Materien 
mit Beispielen zu belegen, und die Wichtigkeit vieler 
Grundsätze und Bestimmungen zu zeigen, die sonst leich¬ 
ter übersehen wird, sondern auch ihrem Rechtsgefühle 
und ihrer für das Gute empfänglichen und dazu vorbe= 
reiteten Gesinnung, manches nahe zu legen, was nicht 
blos mit der juristischen Consequenz aufgefaßt werden 
will, was nicht blos den Juristen, im beschränkteren 
Sinne, sondern diesen als Menschen, mit diesem Be¬ 
ruf, als einen treuen Berufenen, interessirt 
vorzugsweise ihnen die höchste Achtung vor der frei ge= 
wählten hohen Bestimmung des Richteramts einzuflößen 
und Vertrauen zu der vaterländischen Rechtspflege, de= 
ren Werth, weder durch einzelne Unvollkommenheiten, 
noch durch die oft unbegründeten Vorwürfe und Be= 
schuldigungen unsers deutschen und Preußischen Verfah= 
rens geschmälert werden kann. Und es ist von großer 
Wichtigkeit, uns auf diese Weise eine wahre und dauer= 
hafte Versöhnung der entgegengesetzten und sich schein= 
bar widersprechenden Ansichten zu bewirken, von denen 
oft die lebhaftesten und tüchtigsten Rechtsbeflissenen über 
das Verhältniß der Wissenschaft zum Leben beherrscht 
werden. Wenn solche Widersprüche eine gewisse äu ße= 
re Nothwendigkeit, in einer bestimmten Bildungsperiode 
haben, so ist es doppelt tadelnswerth, daß sie Manche 
durch die leeren Behauptungen zu befestigen suchen, als 
sey die Wissenschaft und Theorie das Unlebendige, und 
das wahre Leben nur da, wo, wenn man eben so einseitig 
antworten wollte, vielmehr der Tod ist, in nichtswür¬ 
digen Streitigkeiten, dem Unrecht und dem Aktenstaub. 
Wir müssen solche Mißverständnisse fern halten: das 
Leben, das Recht, und die hierauf gerichtete Thätigkeit 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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