Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Bd. 24, Suppl.-H. = Rep. 4. Bd.17/24 (1833))

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Zweikampf. 
im Duell nur zeitige oder lebenswierige Festungsstrafe zur 
XVII, 173. 
Anwendung kommen. 
4. Daß die §§. 671--688. lediglich auf Personen des 
Adels und Offizierstandes haben beschränkt werden sollen, 
läßt sich nicht annehmen, weil die Duellgesetze ganz all¬ 
gemein sind, und der §. 689. nur auf die im Allgemei¬ 
nen Landrecht befolgte Abschreckungstheorie gegründet zu 
seyn scheint. Es fand sich nämlich im Bürgerstande die 
irrige Ansicht über Duelle weniger vor; man wollte aber 
deren etwaiger Verbreitung besonders entgegenarbeiten, 
und diesen Zweck suchte man besonders dadurch zu errei¬ 
chen, daß man gleich den Conat zu diesem Verbrechen 
besonders auszeichnete. Es läßt sich deshalb nur die An¬ 
sicht rechtfertigen, daß lediglich die §§. 669 u. 670. für 
Personen, die nicht zum Adel- oder Offizierstande gehö¬ 
ren, ausgeschlossen, dagegen aber die übrigen Duellgesetze 
für alle Personen gültig seyn sollen, weil es sonst für 
diese an allen Vorschriften über vollzogene Duelle, Se¬ 
cundanten rc. fehlen würde. Auf die allgemeinen Prin¬ 
zipien über körperliche Verletzung, Todtschlag und Mord 
zurückzugehen erscheint unzulässig, theils weil daraus, daß 
der Conat zum Duelle dem Versuche zum Morde gleich¬ 
gestellt wurde, noch nicht folgt, daß die Tödtung im Duell 
dem vollzogenen Morde gleichgesetzt werden soll, was auch 
durchaus nicht bestimmt ist, — theils auch, weil jene 
Verbrechen mit dem Duell nichts weiter als vielleicht den 
Erfolg gemein haben, und das Letztere wesentlich von Je¬ 
nem verschieden ist und ein so eigenes Verbrechen bildet, 
daß es nicht nach der Vorschrift für andere Verbrechen 
beurtheilt werden kann. XVII, 182. Zu vergleichen mit 
Seite 187. 
5. Zum Thatbestande des Verbrechens ist erforderlich: 
1) daß der Zweikampf vor sich gegangen, 2) daß ein 
Theil dabei getödtet worden, und 3) daß der Ueberle¬ 
bende entweder den Vorsatz des Mörders oder des Todt¬ 
XVII, 184 u. 191. 
schlägers gehabt habe. 
ge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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