Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Bd. 24, Suppl.-H. = Rep. 4. Bd.17/24 (1833))

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an, wo dies in seinem Innern vorgegangen sey. So 
erzählte er es auch einige Tage nach seiner Rückkunft 
seinem Nachbar Meneikis mit dem Zusatze, er hätte seine 
Frau damals, wenn sie zur Stelle gewesen wäre, gleich 
zerreißen können, und habe seitdem immer einen Groll 
gegen sie. Sie selbst bemerkte bald diese Aenderung sei¬ 
ner Gesinnungen. Dazu kam seine Krankheit, welche 
ihn auf die Arbeit zu gehen hinderte, ihn ohne Zweifel 
in eine mürrische Stimmung versetzte und Nahrungs¬ 
sorgen herbeiführte. Nämlich der Kaufmann Mason 
welcher der Inquisitin während der Abwesenheit ihres 
Mannes ein Wochengeld von 1 Thl. 20 sgr. gegeben 
hatte, fuhr, da letzterer krank zurückgekehrt war, noch ei¬ 
nige Wochen damit fort, gab dann wöchentlich nur ei¬ 
nen Thaler, und seit drei Wochen vor Weihnachten nichts 
mehr an baarem Gelde, und da Franz binnen drei Mo¬ 
naten nur zehn Tage auf die Arbeit gehen und sich et¬ 
was verdienen konnte, so mußte er ungefähr gegen die 
Mitte Decembers zu seinem und seiner Familie Unter¬ 
halte einige Sachen verkaufen oder versetzen. Der Ha¬ 
der zwischen beiden Eheleuten betraf nun 
a) die ökonomische Lage. Franz beschuldigte seine 
Frau der Nachlässigkeit in der Wirthschaft, war unzu¬ 
frieden, daß sie während seiner Abwesenheit von dem er¬ 
haltenen Wochengelde nichts erspart, vielmehr noch gegen 
7 Thaler geborgt und von seinem alten Eisengeräthe 
etwas hatte wegkommen lassen, so wie, daß sie späterhin, 
wo sie schon Mangel litten, eine hölzerne Bettstelle für 
sich bestellt hatte. Auch drückte ihn die Zahlung der Ge¬ 
richtskosten (oben 13.), welche ihm die gerichtliche Klage 
seiner jetzigen Frau verursacht hatte. 
6) Dazu glaubte er, das Kind, wegen dessen sie diese 
g 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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