Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

51. 
der Klerus, ohne es zu wollen, sich an die evangelische 
Armuth gewöhnt, obgleich er gern weltlich leben möchte. 
Allein ist nicht eine gezwungene Tugend, doch auch Tugend? 
Durch Unterwürfigkeit und Willensergebung wird das zur 
Tugend, was durch Murren und Hartnäckigkeit Laster seyn 
würde. Lernt a so mit mir ihr Brüder! daß, wenn die 
Welt arm ist, der Reichthum dem Pfarrer nicht gezieme. 
Merkt euch diese Epoche! unter meinen Vorgängern war's 
so nicht. 
Aus diesen Beispielen, die man tausendfach vermehren könnte, 
ersieht man zur Genüge, wie unvollständig und mangelhaft die Civil¬ 
stands=Urkunden, besonders rücksichtlich der Bezeichnung der Personen, 
worauf sie sprechen, vormals von den Pfarrern abgefaßt wurden. 
34. 
Bekanntmachung 
der Königlichen Jmmediat=Justiz=Kommission, die Führung 
der Personenstands-Register betreffend. 
Die bisherigen Untersuchungen über die Art und Weise, 
wie in den hiesigen Rhein-Provinzen die Personenstands¬ 
Register geführt werden, haben ergeben, daß diese wich= 
tigen Urkunden in mehrere Gemeinen mit ausgezeichneter 
Genauigkeit und Ordnung aufgenommen, dagegen aber 
auch, besonders in den letzt verflossenen Jahren, in sehr 
vielen andern Gemeinen mit eben so viel tadelswerther 
Sorglosigkeit und sträflicher Nachläßigkeit behandelt wor¬ 
den sind. 
Indem rücksichtlich der erstern Gemeinen das pflicht¬ 
mäßige Bemühen derjenigen Beamten, welche mit Füh¬ 
rung jener in Ordnung befundenen Personenstands=Register 
beauftragt sind, hiedurch gebührend anerkannt wird, 
orge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für
	        
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