Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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Erstens gab es damals noch nicht einmal Untersuchungs= 
Nichter, und dann erweisen es die Protokolle, daß 
Trinhaus vor die Geschwornen gebracht und unerachtet 
aller Bemühung des öffentlichen Anklägers, nach einer 
öffentlichen Sitzung, welche mehrere Tage und bis in die 
späte Nacht gedauert hatte, von den Geschwornen frei 
gesprochen wurde. Da die Sache so viel Aufsehen gemacht 
hatte, glaubte der damalige Chef der Geschwornen, ein 
Bürger hiesiger Stadt, sich öffentlich rechtfertigen zu 
müssen, und bediente sich dabei einer hiesigen Zeitung. 
Wer erstaunt nicht über die Kühnheit, eine solche Reihe 
von Falschheiten aneinander zu ketten, und sich eines ange= 
sehenen Blattes zu ihrer Verbreitung zu bedienen? 
Um aber dem Leser aus dem Traume zu helfen, wozu 
diese Maschinerie in Bewegung gesetzt wurde, so müssen 
wir den aus dem verborgenen trüb durchschimmernden 
Zweck enthüllen. Er ist S. 840 des Morgenblatts zu 
lesen, und liegt in den Worten da „Reform der 
Verfassung“ und tritt klar hervor dort, wo um die 
Entfernung eines Heeres von Justiz=Beamten gebethen 
wird, die das Fette des Landes auffräßen. 
Ein Heer! — Das heißt, bei einer Bevölkerung 
von 170,000 Seelen, die so viel größer also noch ist, als 
jene des ganzen Vorpommern; fünfundzwanzig 
Mann, die Friedensgerichte mit eingerechnet. 
Das Fette des Landes! bei dem magern Gehalte 
von 300 bis höchstens 600 Thälerchen, wovon kein Schrei= 
ber im Verwaltungsfache leben will. 
Die böse Mainzer Zeitung wird wieder von Aemter= 
Durstigen sprechen. Wir aber, wir schweigen und lassen 
den König sorgen. 
Ein Mitglied des Gerichts. 
ge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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