Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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würde Schlözer mit Freude gerühmt, und sie dem an der 
unglücklichen Margarethe Kölblin zu Nineigen von den 
Beamten begangenen Justizmorde entgegengesetzt haben. *) 
Die zweite Lüge 
in Nro. 210 hat den unglücklichen todt, oder wenn 
man will, ermordet gefundenen Wilhelm Cönen zum Ge¬ 
genstande. „Die schreckliche Geschichte, sagt der anonyme 
Einsender, war schon vergessen; als die ganze Stadt 
Kreveld endlich auf nähere Untersuchung drang." Nach 
dem Protokolle wurde ununterbrochen von dem 
Tage des Verschwindens des jungen Menschen an, und 
zwar meistens von der Polizei, in deren Attributen es 
lag, über den seltsamen Vorfall nachgesorscht, und bis 
zu dem Augenblicke, wo wegen des Mordes nähere In¬ 
dizien sich ergaben, und die Verhaftbefehle erlassen wurden, 
wo also der ganze Kriminal=Prozeß selbst schon weit ge= 
diehen war, beweist auch nicht eine einzige Sylbe 
daß die ganze Stadt Kreveld oder selbst nur irgend 
ein vereinigter Theil ihrer Bürger irgend einen thätigen 
Antheil genommen, oder auf nähere Untersuchung 
gedrungen hätte. **) 
Dritte Lüge. 
Sie betrifft den wegen Ermordung seines Dienst= 
mädchens — etwa vor zwölf Jahren — angeklagt gewe= 
senen Trinhaus. „Die Untersuchungs-Richter, 
heißt es im Morgenblatte, erklärten, daß das Mädchen 
verunglückt sey oder sich selbst ersäuft hatte. Der Bauer 
wurde frei gesprochen. 
*) 3. Band 10. Heft. Nro 20. der Staats=Anzeigen. 
**) Die ferneren Protokollen wissen eben so wenig davon. 
Volege 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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