Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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zu verbürgendes Ungewisses darstellt: warum sollte denn 
dies auch nicht bei uns in Anspruch genommen werden, 
in soweit die Erfährung das Bestehende nicht verdammt? 
In soweit könnte der Versuch, die Erfahrung zu be 
fragen, nicht verwerflich seyn. 
Sollte ich die Erfahrung nicht recht aufgegriffen und 
sie mithin auch unrecht gedeutet haben, so möge man die 
Abhandlung richten und verurtheilen; nur schone man die 
Absicht, die gewiß rein und unbefangen war, und die ich 
auch also auszusprechen bemüht gewesen bin. 
r 
55. 
Die Gleichheit des Gerichtsstandes. 
Gewiß ist unter den frommen Wünschen der Rhein¬ 
länder einer der wärmsten für die Beibehaltung des gleichen 
Gerichtsstandes für Alle, welche Mitglieder des nämlichen 
Staates sind, ohne Unterschied des Standes oder der 
zufälligen Geburt. 
Es ist ein unverkenubarer Vortheil bei entstehenden 
Rechtshändeln, daß der Kläger leicht, geschwind und 
sicher den gehörigen Richter finde, wo er den Beklägten 
zu suchen habe. Es ist auch dieser für alle Bürger und 
Einwohner des Staates gemeinschaftliche Gerichtsstand 
der wahren Würde der Rechts=Verwaltung am angemes= 
sensken, und es ist kein absoluter Grund anzugeben, 
warum ein gleiches Recht für alle in Bezug auf die 
Sache selbst in verschiedenen Formen nach Verhält= 
niß des Standes oder der Geburt angewendet, und in 
Ausübung gebracht werden soll, welche Verschiedenheit in 
manchen Gerichtsordnungen in mehrern weitläufigen Titeln 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlir
	        
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