Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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Ueber einen Artikel im Journale: Scherz und Ernst, 
aus der Grafschaft Mark. Unterzeichnet: N. 
[(Eingesandt.) 
„ Endlich hat sich ein deutscher Mann" so beginnt 
der Artikel „der seit einiger Zeit von Deutschen selbst 
„frech genug gemißhandelten vaterländischen Gesetze und 
Einrichtungen angenommen, und die Nachtheile der 
„französischen gezeigt" — und nach diesem stattlichen 
Eingange erscheint als Präludium eine große bausbackigte 
Lobeserhebung der in Düsseldorf erschienenen Flugschrift: 
„Die Nachtheile des öffentlichen Verfahrens u. s. w. * **) 
Noch einmal darauf zurückkommen, daß das Geschwor¬ 
nen Gericht, dem der ganze Ingrimm des Rezensenten 
gilt, keine französische Einrichtung, sondern eine altger¬ 
manische, und daß das so sehr gerühmte heimliche pein¬ 
liche Instruktions-Verfahren keine deutsche, sondern eine 
römische, in der hierarch'schen Triumph= und h. Jnquisi= 
tions-Epoche vollendete Prozeßform sey, wäre wohl über¬ 
flüßig, da man es genugsam weiß. 
Das Journal: Ernst und Scherz kommt nun an den 
ungetheilten Beifall, den die Schrift verdient; an den 
*) Obgleich es gegen die Würde eines Blattes ist, das sich solchen 
ernsten Gegenständen gewidmet hat, wie das unsrige, Einsen¬ 
dungen aufzunehmen, die diese nicht mit gehörigem Ernste be¬ 
handlen, so scheint es doch, als ob man eine Ausnahme machen 
müsse, wo es gilt, Vertheidigungs=Waffen zu führen. — Gegen 
vergiftete Pfeile schützen, wie uns Albuquarca lehrt, wollene 
Wammse besser als glatte Harnische. 
**) Siehe 1 B. S. 177 und 205. 
Noge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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