Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 9 (1826))

Der englische Strafprozeß. 
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Erregung des Aufruhrs unter den Sclaven und mit 
mörderischer Absicht unternommene Vergiftung und An¬ 
falls. 
— Der Titel II. Kap. II. handelt von dem 
öffentlichen Ankläger. 
— Besonders merkwürdig ist 
nun Kap. III. von der großen Jury. Sie besteht aus 
23 Mitgliedern, von welchen 13 wenigstens bei der 
Berathung gegenwärtig seyn müssen. Die Mehrheit 
der Stimmen begründet ein indictment. Das Ge¬ 
richt muß der großen Jury alle nöthigen juristischen 
Mittheilungen machen; worauf die grand Jury sich zu= 
rückzieht, sich einen Präsidenten und einen Schreiber 
aus ihrer Mitte wählt. Ihre Berathung ist geheim, 
auch der öffentliche Ankläger darf nicht gegenwärtig seyn, 
er kann aber zuvor der Jury persönlich alle nöthigen 
Aufklärungen geben und Beweise vorlegen. Die grand 
Jury kann auch Zeugen beliebig vorrufen lassen und ver= 
nehmen. Das indictment wird schon vom prosecu- 
tor der Jury vorgelegt. Wenn ein Mitglied der Jury 
von einem Verbrechen, das in dem Bezirk verübt wor¬ 
den, Kenntniß hat, so ist es schuldig, dies der Jury 
anzuzeigen, welche dann näher sich informirt, und nach 
Umständen die Anklage stellt. 
— Die Frage, über 
welche die grand Jury entscheidet, ist, ob das Ver¬ 
brechen, welches im indictment angegeben ist, be¬ 
gangen wurde, und ob es die darin angegebene Person 
verübte. Die grand Jury kann von dem Hofe In¬ 
struction und Meinung über jeden Punkt des Gesetzes 
einholen, über welchen sie mit dem public prosecutor 
nicht einverstanden ist. 
(Die Fortsetzung folgt im nächsten Stücke.) 
oege 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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