Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 8 (1826))

632 Ueber den Geist des in der Carolina 
unsern Criminalprozeß, denn sie hat neben einer 
wohlthätigen Schriftlichkeit als Regel die Mündlich= 
keit und hat im Verfahren des entlichen Rechttags eine 
Art von Publicität, wenn man auch die Theilnahme 
des Volks an der Criminaljurisdiction durch die 
Schöffen gar nicht anschlagen will. Wenn daher 
unsere Zeit in manchen Jdeen des öffentlichen Rechts 
zu aufgeregt erscheinen mag, so ist doch gewiß, daß 
schon die hier gemachte kurze Zusammenstellung zeigt, 
wie, dem Geiste unsers Criminalprozesses nach, ein 
sehr fühlbarer Mangel in der Richtung der Publici¬ 
tät wirklich besteht, welcher sich schon deshalb nicht 
wird in der Folge unfühlbar machen lassen, weil der 
gesunde Sinn, den die wirklich fortgeschrittene Auf¬ 
klärung in der Ansicht jedes nur etwas Gebildeten 
niedergelegt hat, die unnatürliche Seite des Insti¬ 
tuts für jeden wahrnehmbar machen muß. 
§. 11. 
Es dürfte so schwer nicht seyn, die rechte Fort¬ 
bildung des deutschen Criminalprozesses in den neuen 
deutschen Criminalordnungen zu bewirken. Nach 
allem, was bis hieher ausgeführt ist, zeigt sich 
nämlich: 
a) daß zwar mit den Einrichtungen der Carolina 
in unsern Tagen nichts mehr zu gewinnen, und 
folglich dasjenige, was die Zeit abgeschafft hat, 
abgeschafft bleiben muß; 
b) daß aber in unserm Criminalprozesse durch die 
Abgränzung der Personen des Richters und der 
Parteien, so wie durch das durchzuführende 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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