Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 8 (1826))

Beurtheilung 
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gut ist S. 340 entwickelt, in wie fern der Beamte durch 
Eröfnung anvertrauter Amtsgeheimnisse das Verbrechen 
verübe. Der nr. XXIII. S. 377 nur Auszugsweise ge= 
lieferte Rechtsfall dient zur Erläuterung des Begriffs eines 
versperrten Gutes und zur Lehre von Wiederaufnahme der 
Untersuchung. 
5) Berlin, bei Nicolai: Handbuch des Criminalrechts 
und der Criminalpolitik, von E. Henke l. Th. 1823. 
Das vorliegende Werk würde schon lange angezeigt wor¬ 
den seyn, wenn nicht Rec. die Erscheinung des nachfolgen= 
den Theiles hätte abwarten wollen; er eilt aber jetzt, da 
die Fortsetzung sich verzögert, mit einigen Hauptvorzügen, 
die das Werk auszeichnen, das Publikum bekannt zu machen; 
dahin rechnet Rec. die philosophische geistreiche Behand¬ 
lungsweise, welche die Schriften des Verfs. auszeichnet, 
und überall nicht mit magern Regeln sich begnügt, sondern 
die Grundsätze jeder Lehre verfolgt und ihre Verzweigung 
darstellt; nicht weniger verdient die kritische Vergleichung 
neuer Gesetzgebungen, und die sorgfältige Benutzung aller 
neuen Schriften eine dankbare Anerkennung, um so mehr, 
da der Verf. nicht blos auf einen trocknen Auszug oder eine 
blinde Annahme des Neuesten sich beschränkt, sondern überall 
das, was er billigen und mit den aufgestellten Grundsätzen 
vereinigen konnte, selbstständig verarbeitet, und bei dem 
Uebrigen, das er tadeln mußte, die Gründe seines Tadels 
angab. Das vorliegende Werk kann nicht als bloßes Lehr= 
buch, sondern muß als Handbuch betrachtet werden, wel¬ 
ches zum Selbststudium dienen und dem Legislator und 
praktischen Richter die Möglichkeit verschaffen soll, den 
Stand der Criminalrechtswissenschaft vollständig und sicher 
zu erkennen. Rec. hätte nur gewünscht, daß der Verf. auch 
die historische Methode mehr mit der philosophisch dogma= 
tischen verbunden hätte; zwar hat der Verf. nicht unrecht, 
wenn er in der Vorrede S. XI gegen die Einseitigkeit der 
historischen Behandlung heftig sich erklärt; es ist wirklich 
lustig anzusehen, (wenn die Sache nicht so ernsthaft wäre, 
da es auf das Urtheilsfällen und die praktische Rechtsanwen= 
dung ankommt,) wie viele junge Männer sich einbilden, da¬ 
Vorlage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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