Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 8 (1826))

K. Würtembergisches Edict| | 
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den. Die Novelle vom 17. Juli 1824 hebt in §. 2 
alle geschärften Todesstrafen auf, und erkennt nur 
mehr die Enthauptung als zulässige Vollziehungsart; 
Wächter*) bemerkt, daß dadurch wohl das Gesetz 
die rechtliche Gleichheit derjenigen Verbrechen, 
welche Todesstrafe nach sich ziehen, nicht aussprechen 
wollte. Die Sache ist; auch in anderer Rücksicht 
wichtig, 3. B. bei der Anwendung des Art. 137. CCC. 
in Bezug auf die Strafe von Mord und Todtschlag. 
Da die CCC. durch die Drohung der im Sinne des 
Mittelalters als die mildeste Todesstrafart anerkann= 
ten Schwertstrafe für Todtschlag im Gegensatze der 
harten qualificirten Strafart des Räderns bei dem 
Morde eine rechtliche Verschiedenheit beider Ver= 
brechen aussprechen wollte, da aber das neue Wür= 
tembergische Gesetz nur mehr die Schwertstrafe ge= 
stattet, die daher auch den Mörder treffen kann; so 
muß offenbar im Sinne einer gerechten Fortbildung 
des Rechts angenommen werden, daß die einfachen 
Todtschläger die Todesstrafe nicht mehr treffen kann; 
weil sonst zwei vom Gesetze in Ansehung der Ver= 
schuldung und der Strafe scharf getrennte Verbrechen 
mit gleicher Strafe belegt würden. Einen andern 
Zweifel kann man über den Einfluß des neuen Edicts 
auf die Grundsätze über Jnfamie erheben. Soll die 
römische Jnfamie in Fällen, in welchen sie nach ge= 
meinem Rechte eintritt, mit den Wirkungen auf be= 
sonders bevorzugte und gemeine Bürgerehre auch 
noch jetzt neben dem neuen Edicte fortdauern? 
In dem Lebrbuch des deutschen Strafrechts. I. Th. 
S. 282. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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