Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 8 (1826))

Kurze praktische Erörterungen. 
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höher eintragen zu lassen und das Haus dann an 
einem windstillen Tage anzuzünden; sechs Monate 
später führten die Cheleüte dies aus, und da ein 
heftiger Wind sich erhob? so brannten noch zwei 
Häuser ab. Der Verwandte wurde als Rathgeber 
genannt. — IV. Jn einem Kindesaussetzungsprozesse 
wurde hergestellt, daß eine Nebenmagd der schwan= 
geven Dorothea R. den Rath gegeben hatte, das 
Kind, welches diese gebähren sollte, vor dem 
Hause der Ruschen Eheleute, die sich Kinder zu| | 
haben wünschten, und es gewiß gut erziehen wür= 
den/ auszusetzen. Dorothea that dies, allein ein 
ungünstiger Zufall bewirkte, daß das ausgesetzte 
Kind in der Nacht nicht gefunden wurde, und an 
den Folgen der Kälte starb. Wie weit soll nun ein 
Gesetzbuch den Rath bestrafen? Das baierische Ge= | | 
setzbuch hatte Art. 46 überhaupt die ausdrückliche 
Rathsertheilung als eine Art genannt, wie Jemand 
zum intellectuellen Urheber werden könne; der baie¬ 
rische Entwurf Art. 50 hatte den Rath nicht ge= 
nannt, und dadurch, daß er die übrigen im bajeri= 
schen Gesetzbuch angeführten Arten intellectueller ur= 
heberschaft aufführte, angedeutet, daß der Rath 
nicht mehr hierher gerechnet werden soll. Oersted" 
tadelt diese Weglassung, während v. Gonner 3) 
darzuthun sucht, daß die Rathsertheilung nur als 
Hülfeleistung bestraft werden soll. Der Verfasser 
dieser Bemerkungen glaubt zeigen zu können, daß 
allerdings in den meisten Fällen der Räthgeber nür 
u 
110 
2) Prüfung des neuen Entwurfs S. 185. 
3) in den Motiven zum baier. Entwurf S. 109. 
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Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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