Full text: Materialien zur Geschichte, Literatur, Beurtheilung, Erklärung und Anwendung des Code Napoléon, hauptsächlich zum Gebrauch der praktischen Rechtsgelehrten in Deutschland (St. 3 (1808))

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len braucht, (wozu er in der Regel nicht befugt ist 
kann er den natürlichen Kindern dadurch helfen, daß 
er den Punkt der versprochenen oder geleisteten Alimen= 
te ausmittelt, und den, welcher sie bisher geleistet hat, 
zur fernern Leistung verurtheilt. Er ist dazu auf den 
Antrag der Mutter und des Kindes sogar verbunden. 
Daß auf keine höhern Alimente, als bisher geleistet 
oder versprochen worden sind, erkannt werden darf, 
versteht sich von selbst. Zur Ausmittelung der Frage: 
ob die Alimente geleistet oder versprochen worden sind, 
und auf wie hoch, müssen alle zulässige Beweismittel 
gestattet werden. 
Das verführte Frauenzimmer soll nicht auf Ent¬ 
schädigung klagen können. 
— Aber warum den | | 
nicht? Weil dadurch offenbar wieder den scandalösen 
Hurenprozessen Thor und Thür geöffnet würde. Al= 
lein, wenn nun eine Abfindung versprochen worden ist! 
Wir glauben, auch da nicht; denn was propter favo- 
rem alimentorum angenommen worden ist, kann ein= 
mal nicht ausgedehnt werden, und dann zweitens wür= 
de die Abfindung den Beischlaf voraussetzen, den 
das Versprechen der Alimente nicht nothwendig vor= 
aussetzt. 
(Die Fortsetzung folgt.) 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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