Full text: Materialien zur Geschichte, Literatur, Beurtheilung, Erklärung und Anwendung des Code Napoléon, hauptsächlich zum Gebrauch der praktischen Rechtsgelehrten in Deutschland (St. 3 (1808))

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schen Gesetzgebung als eine viel zu wichtige Sache er= 
scheint, als daß man annehmen könnte, die Gesetzge= 
ber hätten hierbei irgend etwas der richterlichen Will= 
kühr überlassen wollen. — Das in dem Artikel ge= 
brauchte Futurum: se perdra, rechtfertigt gleichfalls 
eine Analogie und extensive Gesetzerklärung nicht. 
Aber deutet denn das hier gebrauchte Futurum noch 
nicht sonst etwas besonderes an? Jch glaube: Nein. 
Es ist zwar in unserer deutschen Sprache ein großer 
Unterschied, ob man sagt: geht verloren, oder: 
wird verloren gehen, allein in der französischen 
Sprache kommt dieser Unterschied nicht sehr in Be= 
tracht, und wird das eine dem andern häufig substi= 
Man kann höchstens in diesem Futurum zu= 
tuirt. 
gleich eine Erinnerung an Franzosen finden, sich sol¬ 
che Handlungen nicht zu Schulden kommen zu lassen, 
welche den Verlust der Eigenschaft eines Franzosen 
nach sich ziehen würden. 
Beide letztere Fragen sind aus diesen Gründen zu 
verneinen. 
Wir kommen jetzt zu den einzelnen Arten, wie sich 
der Verlust der Eigenschaft eines Franzosen nach dem 
Gesetz zutragen kann. Wir bemerken darüber zuerst 
noch im allgemeinen folgendes. 
Man hatte, wie bereits oben erwähnt worden, 
der Gesetzgebungskommission den Vorwurf gemacht, 
daß sie in ihrem Vorschlage den einmal angenommenen 
Unterschied zwischen französischen Staatsbürgern und 
Franzosen aus den Augen gesetzt habe. Man wieder= 
holte diesen Vorwurf gegen die Section der Gesetzge= 
bung bei dem abzuändernden Gesetzvorschlag, mit Hin= 
sicht auf die einzelnen Arten, wie die Eigenschaft eines 
Franzosen verloren gehen könne, weil man dabei auf 
den ersten Blick keinen Unterschied antraf. Man be= 
ruhigte sich indeß, als bemerklich gemacht wurde, daß 
oage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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