Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

abgelegte Verklarung beweiset solches. Es ist ferner auf 
den Grund der Eingeständnisse der Coinkulpaten Keibel, 
Schafft und Plätsch für gewiß anzunehmen, daß in die¬ 
sem Schiffe falsche Tuchballen in einer betrüglichen Ab¬ 
sicht verladen worden. Das Schiff sollte nach dem Pla¬ 
ne der Verlader untergehen und hiernächst sollte die Ver¬ 
sicherungssumme für das angeblich verloren gegangene 
Tuch eingefordert werden. Es frägt sich: in wie fern 
Inkulpat an dieser Betrügerei Theil genommen habe. Er 
gesteht zu 
1) daß er um die Sache vorher gewußt habe. Der 
Kaufmann Schön habe ihm entdeckt, daß es mit den ver¬ 
ladenen Tuchballen nicht richtig sey und er hat ihn auf¬ 
gefordert, solche über Bord zu werfen. Da Inkulpat die¬ 
ser ihm geschehenen Eröffnung ungeachtet nichts that, um 
das Vergehen zu hindern; so ist er wegen dieser Unterlas¬ 
allein schon strafbar. 
sung 
Wer von einem Verbrechen, wodurch die Sicherheit 
des Staats, oder Leben, Gesundheit, Ehre oder 
Vermögen eines Menschen, einer erheblichen Gefahr 
ausgesetzt werden, vor dessen Ausführung Wissen¬ 
schaft erhält, ist schuldig, dasselbe durch Anzeige bei 
der Obrigkeit, oder durch Benachrichtigung dessen, 
gegen welchen das Unternehmen gerichtet ist, zu ver¬ 
hinderu. 
Allg. L.R. Th. II. Tit. 20. §. 80. 
Fehlt es ihm an Zeit und Gelegenheit, das Verbre¬ 
chen durch obrigkeitliche Hülfe, oder durch Benach¬ 
richtigung dessen, welcher dabei Gefahr läuft, zu hin¬ 
tertreiben: so muß er selbst, so weit es ohne seine 
eigene, oder eines Dritten beträchtliche Gefahr ge¬ 
schehen kann, dasselbe zu hintertreiben bemüht seyn. 
§. 81. 1. c. 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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