Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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volk und Steuermann darum wissen müßten. Auch habe 
er die damit verknüpften Gefahren im Falle der Entde¬ 
ckung vorgestellt. Als sie gemerkt hätten, daß in dieser 
Rücksicht mit ihm nichts anzufangen sey; so wären sie 
nicht ferner in ihn gedrungen, sondern hätten blos ver¬ 
langt, daß er mit dem Schiff nach Petersburg reisen 
solle, welches denn auch bis auf das ihn betroffene Un¬ 
glück geschehen sey. 
Inkulpat ist freilich des ihm beschuldigten Vergehens 
weder überführt, noch so weit verdächtig, um gegen ihn 
auf eine außerordentliche Strafe zu erkennen. Dagegen 
wird doch die gänzliche Freisprechung durch folgende Grün¬ 
de ausgeschlossen: 
a) Die bestimmte Bezüchtigung der beiden Gebrüdere 
Robrahn. Wäre Inkulpat ein schon anderweitig be¬ 
rüchtigter Mensch, so würde diese Behauptung zweier 
Coinkulpaten ein Judicium proximum ausmachen, 
auf dessen Grund allein eine außerordentliche Strafe 
erkannt werden könnte. Indessen kann sie auch an 
und für sich nicht gänzlich verworfen werden. Ihr 
Inhalt wird aus dem schon mehrmals ange¬ 
führten Grunde wahrscheinlich, daß die vorsätzliche 
Vernichtung des Schiffs ein fast nothwendiger Theil 
der ganzen betrügerischen Spekulation war. Aus die¬ 
sem Grunde ist auch die Zurücknahme der Bezüchti¬ 
gung von Seiten der Coinkulpaten, welche außer¬ 
dem durch nichts motivirt wird, nur von sehr gerin¬ 
ger Erheblichkeit. Es bleibt immer höchst unwahr¬ 
scheinlich, daß sie eine so gefährliche Operation ge¬ 
wagt haben sollten, ohne von den Gesinnungen des 
Schiffers, und von seinem Willen, ihren Zweck zu 
befördern, sich vorher Ueberzeugung verschafft zu ha¬ 
ben. 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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