Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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Protokoll vom 17ten Novbr. 1801 hervor, daß der Jn¬ 
kulpat dem Keibel einst in Gegenwart des Robrahn eini¬ 
ge Ohrfeigen gegeben habe, als er ihn ähnlicher Betrü¬ 
gereien beschuldigt und er sucht daraus eine Feindschaft 
des Keibel gegen den Inkulpaten herzuleiten. Allein erst¬ 
lich fand die Crim.Deputation das allegirte Protokoll vom 
17ten Novbr. 1801 in den Akten nicht. Wenn es aber 
auch damit seine Richtigkeit hätte, und wenn es wirklich 
damit erwiesen wäre, daß Keibel eine solche Behandlung 
einst von dem Inkulpaten erlitten habe; so könnte doch 
dieser Umstand allein nur wenig dazu beitragen, die 
Glaubwürdigkeit der Keibelschen Aussage zu schwächen, da 
sie so umständlich und zusammenhängend, in einzelnen 
Punkten bewiesen und mit den Aussagen des Schafft und 
Plätsch, denen Inkulpat keine Feindschaft zur Last legen 
kann, übereinstimmend ist. Der Kaufmann Bock in 
Breslau, welcher im Auslande verstorben ist, behauptet 
in einem Briefe an den Kaufmann Weniger in Breslau, 
worin er ihm umständlich die Geschichte der falschen Tuch¬ 
ballen, und in wiefern er dabei implizirt gewesen, er¬ 
zählt: daß er von dem Schafft und dem Inkulpaten pro 
forma Bestellungsbriefe erhalten habe. Inkulpat leugnet, 
daß dieses geschehen sey, und er will die Handschrift des 
Bock nicht bestimmt rekognosciren können, obgleich er ei¬ 
ne Aehnlichkeit mit der ihm bekannten Handschrift des 
Bock darin finden will. Das Bocksche Schreiben ist je¬ 
doch von dem Magistrat in Breslau an die Regierung zu 
Stettin übersandt und in dem Schreiben des Magistrats 
ist bemerkt worden, daß der Kaufmann Weniger solches 
ad acta gegeben habe, welches sich auch aus den mit 
übersandten Verhandlungen ergiebt. An der Aechtheit des¬ 
selben zu zweifeln, ist also kein Grund vorhanden, und 
diese Aechtheit vorausgesetzt, läßt es sich nicht erklären, 
(Juristische Miszellen, Iltes St.) 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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