Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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Dagegen sprach sie ihn 
3) von dem Verdacht das Schiff wirklich der Verabre¬ 
dung gemäß vernichtet zu haben, vorläufig frei. Das 
Schiff ist wirklich verunglückt; es ist höchst wahr¬ 
scheinlich, daß Inkulpat dessen Verunglückung beab¬ 
sichtigte, und derselbe hat nachher geäußert, daß er 
nichts erhalten habe. Gleichwohl spricht für die 
wirkliche Vernichtung des Schiffs weit weniger, als 
für die deshalb getroffene Verabredung und es bleibt 
immer möglich, daß der Zufall den Absichten des 
Inkulpaten zuvorgekommen und die von ihm beschlos¬ 
sene Wegsetzung des Schiffs ohne sein Zuthun be¬ 
wirkte. Sollte das Gegentheil hievon in der Folge 
einmal ausgemittelt werden, so würde den Inkulpa¬ 
ten unstreitig eine härtere Strafe treffen, als jetzt 
wegen der bloßen Verabredung und des Conatus, 
dessen er verdächtig ist, erkannt werden kann, weil 
er alsdann auch der Veruntreuung der von andern 
Kanfleuten ihm anvertrauten Waaren schuldig wäre. 
Aus diesem Grunde hielt es die Crim. Deput. zweck¬ 
mäßig, den Inkulpaten bei diesem Punkt vorläufig 
freizusprechen. 
IX. 
Der Kaufmann Johann Friedrich Schön wird von 
den Coinkulpaten Keibel und Schafft einer Theilnahme 
an der im Jahre 1799 geschehenen Verladung falscher 
Tuchballen beschuldigt. In dem Vorhergehenden ist diese 
Betrügerei schon umständlich auseinander gesetzt worden. 
oe 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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