Full text: Bibliothek für positive Rechtswissenschaft und Diplomatik (Bd. 1, St. 3 (1799))

üb. einz. Theile d. Theorie d. Rechts. B.l. 323 
dabey billig nicht überschritten werden dürfen, gemacht 
worden sind. Unserem Verf. scheint dabey der Philoso= 
phie etwas zu nahe getreten zu seyn, und er unter= 
nimmt es daher, die herrschende Meynung der hi¬ 
storischen Juristen über die Nichtigkeit der philoso¬ 
phischen Jnterpretation einer sorgfältigen Prüfung zu 
unterwerfen." Danach hat es das Ansehen, als sey 
die Nichtigkeit der philosophischen Interpretation 
von den historischen Juristen, nahmentlich auch von 
dem Verf. jener Schrift behauptet worden. Das 
möchte aber schwer zu erweisen seyn, und der Verf. 
scheint sich seine Gegner unphilosophischer zu denken, 
als sie wirklich sind. Offenbar gibt es drey Gattun¬ 
gen von Juristen: Einige schliessen den Gebrauch 
der Philosophie bey der Interpretation eines positiven 
Rechts ganz und in allem Betrachte aus. Andere 
lassen die volleste Einwirkung der Philosophie zu, aber 
nur derjenigen Philosophie, welche bey einem jeden 
Gesetze nach den gleichzeitigen Vorstellungsarten und 
Ansichten des Zeitalters, insbesondere des Gesetzge¬ 
bers, zum Grunde liegt. Sie nehmen also an, daß 
das positive Recht auch in seiner Philosophie positiv 
seyn müsse; und so wie sie den Geist der Gesetze nicht 
bloß in historischen Gründen suchen, so statuiren sie 
für beyde doch nur eine Quelle, — die Geschichte; 
für jene die Geschichte der äusseren Vorfälle der Zeit, 
für diese die Geschichte der Meynungen. Diese posi¬ 
tive 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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