Full text: Bibliothek für positive Rechtswissenschaft und Diplomatik (Bd. 1, St. 3 (1799))

über das Alter der teutsch. Landstände. 319 
glaubt er, daß schon vor dem 15ten Jahrhundert Land= 
stände mit dem, wie ihm däucht, einzig wesentlichen 
Kennzeichen, daß theils ihr Rath, theils ihre Ein= 
willigung in gewissen allgemeinen Landesangelegenhei¬ 
ten nothwendig war, wirklich existirt haben. 
Herr Lang giebt jedoch auch dieses nicht zu, und 
daß Rec. durch seine mit großem Scharfsinn, mit wah= 
rer Präcision und Klarheit vorgetragenen Gründe nicht 
völlig überzeugt worden ist, glaubt er nur dem Um¬ 
stande zuschreiben zu müssen, daß ihm der Verf. die 
Kennzeichen der Landstände von ihrer jetzigen ausge¬ 
bildeten Verfassung und Einrichtung mit zu weniger 
Rücksicht auf ihren ersten Ursprung, auf ihre allmäh= 
lige Ausbildung und die endliche Vollendung derselben 
abstrahirt zu haben scheint. 
Das Häberlinische System, welches auf dem 
Hauptsatze beruhet, daß die Landstände den teutschen 
Reichsständen nachgebildet wären, greift Hr. L. natür= 
licher Weise am ernstlichsten an, da er die übrigen 
Systeme, die doch alle auf eine Hauptepoche der teut= 
schen Landstandschaft im 15ten Jahrhundert wenigstens 
hindeuten, mit dem von ihm adoptirten, noch vereini- 
gen zu können glaubt. Dieses sucht er theils dadurch 
zu vertheidigen, daß er zu zeigen sich bemüht, die we¬ 
sentlichen Kennzeichen der Landstandschaft: das Recht, 
sich zu versammeln, die Nothwendigkeit ihren Rath 
zu vernehmen und zu befolgen, Eigenthum, als 
Grund 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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