Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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stimmte Strafzeit zum Maasstab, woraus 
denn ganz nothwendig folgt, daß, wenn der 
Sträfling nicht lange vor geendigter Straf¬ 
zeit befreyt wird, die Strafe des Befreyers 
oft mehr betragen muß, als die noch übrige 
Strafzeit des Hauptverbrechers. Dieser z. B. 
war auf 30 Jahre verurtheilt und 29 und 
1 Jahr hat er schon im Zuchthause gesessen; 
seine noch übrige (nicht abgebüßte Schuld) ist 
also noch — 1 Jahr Zuchthaus. Jetzt wird 
er gewaltsam befreyt und der Befreyer wird 
(wenn es mit dem ebenfalls zu berechnenden 
halben Jahr nicht zu genau genommen wird) 
auf zehn Jahre (als das Drittel von 30) ver= 
urtheilt, so daß seine Strafe das zwanzig¬ 
fache derjenigen Strafzeit beträgt, welche 
noch dem Verbrecher übrig war. Aus der 
obigen Verordnung des Entwurfs resultirt 
daher auch das eriminalrechtliche Wunder: 
daß die Strafe des Befreyers eines 
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Vortage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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